Montag, 12. März 2012

MemMini No. 07
Die Milchfrau

Als ich ein Kind war ...

gab es Milch noch nicht in Flaschen.
Wir holten sie in Kannen von der Milchfrau.

Auf dem Nachhauseweg tranken wir heimlich Schlückchen aus den Kannen. Die Mutter wusste es. Schwieg lächelnd.

Außerdem kauften wir Butter und Käse bei der Milchfrau. Dekaweise wurden sie von großen Butter- oder Käselaiben geschnitten und in dünnes Wachspapier eingepackt.

Oft wurde das Geld zu knapp. Dann ließ uns die Milchfrau anschreiben. Und schwieg verständnisvoll.

Gern trafen sich die Frauen dort zu einem Plausch. Denn Neuigkeiten erfuhr man als erstes bei der Milchfrau.

© evelyne w.

 

Kommentare:

  1. Auch ich erinnere mich noch an diese Zeiten, schön!

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    1. danke christa,
      ich freue mich sehr, dass ich damit erinnerungen wecke! auch bei gesunden!
      glg
      lintschi

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  2. Beim Milchholen erfuhr meine Mutter 1945 an ihrem Geburtstag, dass "wir" den Krieg verloren hatten. Das blieb mir, weil mir sehr seltsam war, dass meine Mutter an ihrem Geburtstag weinte!

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    1. ich hoffe, es waren trotz "verlust" freudentränen. weil der krieg in europa dadurch ja auch zu ende war.
      sag mal, hat deine mutter am 8. mai geburtstag? weil - ich auch ...

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  3. Milchkannen - meine Oma hatte zwei aus Kunststoff
    eine in Hellblau, die andere in Seifengrün - zum Tauschen
    und der Milchbauer hatte einen Spitz, der alle ankläffte und vor dem ich eine Heidenangst hatte ...

    danke für's Erinnerungen wecken

    lieben Gruß
    Uta

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    1. ich finde das so nett, dass ich mit diesen kleinen geschichterln so viele erinnerungen wecken kann. nämlich diese kleinen netten erinnerungen ...

      ganz viel liebes dir!

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  4. Bei uns gab es ein kleines Milchgeschäft nur um die Ecke unserer Wohnanlage. Allerdings holten wir auch dort die Milch in Kannen. Auch dort durften die Leute noch anschreiben. Die Besitzerin des kleines Milchgeschäftes war immer gut gelaunt und für uns Kinder gab es auch hin und wieder eine kleine Bensdorfschokolade. Die Schleifen/Papierhüllen der Schokolade sammelten wir und wenn eine bestimmte Anzahl beisammen war, erhielten wir auch eine extra Portion Bensdorf Schokolade.:-)
    Ja. So war es und deswegen gingen wir riesig gerne zu unserer Milchfrau. Außerdem roch es in dem kleinen Geschäft immer ganz besonders gut.
    Danke lintschi für Deine Zeilen.
    Lg
    Fini

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    1. ja, das mit den schokoladen. ich habe ja um die ecke der bensdorp-fabrik gewohnt. welch ein duft lag da oft in der luft ... und wir gingen die schleifen gleich dort umtauschen.
      heute ist auf dem areal ein senioren-wohnheim! kleine ironie des schicksals ...

      danke fini
      und schönen tag!

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